Neujahrsempfang mit Jürgen RüttgersDienstag, den 23. Februar 2010 um 11:24 Uhr
Mehr als 600 Gäste im Bürgerhaus Schloß Neuhaus Ehrenamt macht unser Land starkMehr als 600 Gäste begrüßte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident bei seinem Neujahrsempfang im Bürgerhaus von Schloß Neuhaus und präsentierte sich dabei als Landesvater zum Anfassen. "Dass wir so viel Ehrenamt haben, machte unser Land stark", bedankte sich Jürgen Rüttgers zu Beginn seiner Ansprache und betonte: „Ihr Engagement ist unverzichtbar für die Einheit unserer Gesellschaft". Es sei wichtig, dass es in Nordrhein-Westfalen Menschen gebe, die sich für andere einsetzen. Dies sei ein Thema, das ihm sehr am Herzen liege. Rüttgers: „Wir müssen eine neue Kultur des Miteinanders entwickeln." Es sei elementar, sich für den Zusammenhalt der Gesellschaft einzusetzen." Ein Neujahrsempfang biete aber auch Gelegenheit, zurückzublicken. Das Jahr 2009 sei das Jahr der großen Krise, einer Krise wie sie wohl keiner der Anwesenden bisher erlebt habe. Dabei stelle sich ihm, so Rüttgers, nicht nur die Frage, wie man mit dieser Krise umgehe, sondern auch, wie sie entstanden sei. Er habe sich mit vielen Unternehmern getroffen, und immer wieder diese Frage gestellt. Eine Antwort: Die Wirtschaftskrise sei vor allen Dingen eine moralische Krise. Das „Wir" sei nicht mehr sichtbar, das Bild des „ehrbaren Kaufmanns" verloren. Er glaube, so Rüttgers, dass ein Teil der Eliten sich moralisch und ökonomisch vom Rest der Gesellschaft getrennt habe.
Es gebe eine Gruppe von Menschen, die ihm besonders am Herzen lägen, so Rüttgers, und das seien die alleinerziehenden Mütter. So lange man es ihnen nicht besser ermögliche, Familie und Beruf zu vereinbaren, sei man kein kinderfreundliches Land. Daher habe die Landesregierung die U3-Betreuung deutlich ausgebaut. Sozialer Aufstieg müsse möglich sein. So betonte Rüttgers, es gehöre zu einer Gesellschaft, dass jedes Kind Chancen zu sozialem Aufstieg bekomme. Dafür sei Bildung wichtig, und hier habe Nordrhein-Westfalen besonders investiert. Der alte Satz „wenn ihr fleißig seid, wird etwas aus euch" müsse auch weiterhin für alle Kinder gelten.
Diese und viele andere Initiativen sorgten dafür, Nordrhein-Westfalen menschlicher zu machen. Es gehe darum, denjenigen zu helfen, die es schwerer haben als man selber. Das sei ein Ziel, für das es sich lohnt, die Ärmel aufzukrempeln, so Rüttgers. Am meisten Spaß mache es doch, wenn man solche Sachen gemeinsam mache. Dieses gute Klima der Mitmenschlichkeit in der Region sei spürbar bei den Begegnungen mit den Menschen - und dies gebe ihm die Gewissheit: „Wir werden mit dieser Krise fertig!"
|
Zusätzliche Informationen |

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hatte geladen - und alle kamen sie: ehrenamtlich Engagierte in Musik- und Schützenvereinen, aus kirchlichen Gruppen, Hilfsorganisationen und freiwilligen Feuerwehren.
Daher sei er in den vergangenen 15 Monaten ununterbrochen unterwegs gewesen, um zu helfen, die Krise zu überwinden. Die Tatsache, dass das Jahr 2009 am Ende viel besser war als noch zum Jahresanfang angenommen, zeige, „dass NRW stark ist", so Rüttgers. Es zeige, dass viele füreinander da seien, dass sich viele Arbeitgeber der Verantwortung für ihre Mitarbeiter bewusst seien. Heute gebe es 280.000 Arbeitslose weniger als im Jahr 2005. Das zeige, dass es Menschen gebe, die sich dafür einsetzten, dass ihre Mitarbeiter nicht arbeitslos werden.
Er sei stolz darauf, dass es viele Menschen in Nordrhein-Westfalen gebe, die sich engagierten. Speziell hob Rüttgers hier die Kindertafeln heraus, die in Nordrhein-Westfalen in vielen Schulen dafür sorgen, dass Kinder ein Frühstück bekommen. Auch seine Frau schmiere dafür einmal in der Woche Brote. „Wenn jeder ein bisschen mitmacht, werden wir doch wohl die Kinder sattkriegen", appellierte Rüttgers.






