Bild Chrarlotte 003Charlotte Winkler ist zurück aus Amerika - Gespräch mit Karl-Heinz Wange

Amerika ist einfach riesig. Und fernab der großen Weltpolitik in Washington und dem Hollywood-Glitter ist das Leben in einer 750-Seelen-Gemeinde in Minnesota noch so ursprünglich amerikanisch, wie man es hier kaum vorstellen kann. Charlotte Winkler (17) aus Niederntudorf ist ein Jahr lang dort eingetaucht in Familie, Schule und Sport. Sie hat teilgenommen am Austauschprogramm des Deutschen Bundestages („Youth of understanding“) und sich unmittelbar nach ihrer Rückkehr jetzt bei ihrem „Bundestags-Paten“, Karl-Heinz Wange, bedankt und ihm ihre Eindrücke geschildert.

 

Aus dem behüteten Elternhaus hinein ins große Abenteuer: Die Schülerin des Bürener Mauritius-Gymnasiums zögerte keinen Moment, als sie unter fünf Kandidaten ausgewählt wurde und ihre Sprach- und Eignungskompetenz als letzte Hürdenunter Beweis gestellt hatte.  Wohin sie kam, wurde ihr allerdings vorgegeben. „Mit meinen Gasteltern habe ich richtig Glück gehabt, es hat alles gepasst“, war Charlotte vom ersten Tag an ein Teil der Gastfamilie. Zur Begrüßung geht es gemeinsam zum Essen in ein Fast-Food-Restaurant. Typisch amerikanisch eben. „Es kommt immer darauf an, dass man den Gastgebern zeigt, dass man sich integrieren will und kann. Mitmachen, lernen, auf die Menschen zugehen. Das öffnet die meisten Türen.“

 

Politik sei zwar häufig Thema auch in der Familie gewesen, die sich zu den bekennenden Trump-Fans zählt, aber auch sie durfte ohne Probleme ihre „deutsche“ Sichtweise äußern.

 

Dass Charlotte die Integration gelungen ist, wird schon an einem Detail deutlich: Sie spricht deutsch mit einem dezenten, aber nicht zu überhörenden amerikanischen Zungenschlag. Manchmal rutschen ihr auch ein paar englische Vokabeln raus, wenn sie von ihrem Alltag erzählt. Ein Alltag, wie ihn Millionen Amerikaner in den ländlich geprägten Bundesstaaten leben und von dem sie sich jetzt ein unverfälschtes Bild machen kann. Die High-School, einige Autominuten entfernt und für mehrere Orte der schulische Mittelpunkt, bestimmt auch Charlottes Tagesablauf. Sie ist die einzige Austauschschülerin hier. Neben einigen mexikanisch stämmigen dominieren weiße Amerikaner die Region.  Vier Tage Schule in der Woche, aber Lernpensum und Angebot unterscheiden sich gewaltig von deutschen Schulen. „Jeder hat und nutzt den PC intensiv, den man für 40 Dollar im Jahr mieten kann.“

 

Viele Hausarbeiten und Prüfungen laufen nach dem Multiple-Choice-Prinzip (es stehen mehrere vorformulierte Antworten auf jede Frage zur Verfügung). „Unterm Strich ist das leichter, als selber Antworten zu finden“, meint Charlotte, die am Ende sogar mit Bravour ihren High-School-Abschluss geschafft hat. Aber sie ist fixiert auf das deutsche Bildungssystem und freut sich jetzt auf ihr Bürener „Mau-Mau“ -Gymnasium, wo sie wieder in der 12. Klasse (Q1) einsteigt. Ob es damit ein verlorenes Jahr in den USA war? „Auf gar keinen Fall“, zieht Charlotte Bilanz. „Ich habe dort Dinge gesehen und gelernt, die hier nicht zum Lehrplan gehören. Es war einfach toll!“

 

Sport (sie ist begeisterte Basketballspielerin) und Teamgeist haben im amerikanischen System einen hohen Stellenwert, besonders wenn man „seine“ Schule im Wettkampf mit anderen tatkräftig unterstützen kann. So hatte sie sich schon vor ihrem Abflug nach Minnesota fest vorgenommen, möglichst viele Angebote anzunehmen und bekam am Ende neben dem High-School-Diplom auch noch Zertifikate über geleistete Sozialstunden, etwa bei der Feuerwehr. Zum Dank gab es dafür sogar ihr zu Ehren einen Fahrzeugkorso. Selbst die kleine Lokalzeitung mit dem klangvollen Namen „Bonanza Valley Voice“, für die Charlotte auch als Fotografin gearbeitet hat, widmete ihrem Engagement einen mehrteiligen Artikel.

Mo Di Mi Do Fr Sa So
4
5
6
8
9
10
11
12
13
14
15
17
19
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31

union_magazim_7903
ovs_banner

Banner CDU Deutschland